Büropflanzen: Wer muss sich um sie kümmern?

Büropflanzen: Wer muss sich um sie kümmern?

März 18, 2019 0 Von Laura Putschies

Zimmerpflanzen im Büro verbessern das Gemüt der Mitarbeiter und sorgen für saubere Luft. Dies ist kein Geheimnis. Doch wer muss sich um die Pflanzen am Arbeitsplatz kümmern? Wer trägt die Verantwortung dafür, dass Büropflanzen nicht eingehen?

Diese beiden Fragen wollte ich beantworten. Schließlich möchte ich wissen, wer denn nun schuld ist, wenn mein lieber Pflanzen-Kumpel auf der Fensterbank aus dem Leben tritt.

Bei meiner Recherche fiel mir jedoch auf, dass dies gar nicht so einfach ist. Auf meiner Suche nach Antworten bin ich auf keine gesetzlichen Vorschriften gestoßen, die festlegen wer in einem Unternehmen die Verantwortung für Pflanzen trägt. (Wenn es doch eine Vorschrift geben sollte, freue ich mich über einen Hinweis! 😊 )

Aber ist nicht automatisch der Arbeitgeber verantwortlich, da die Pflanzen in seinem Unternehmen stehen? Oder ist doch der Mitarbeiter, der am nächsten an der Pflanze dran sitzt, der Übeltäter, wenn die Pflanze verwelkt? Anstatt unterschiedliche Gesetze zu durchforsten und damit eine Antwort zu geben, habe ich recherchiert, wie die Verantwortung von Büropflanzen in der Praxis umgesetzt und empfohlen wird.

Es war einmal ein Büro: so öde und vollkommen leer

Um eine Antwort auf die Fragen zu erhalten, beginnen wir mit einem leeren Büro.

Angenommen es gäbe bisher keine Pflanzen bei Ihnen im Büro. Dann gäbe es zwei Möglichkeiten. Entweder kauft der Chef Pflanzen für das Büro oder die Mitarbeiter übernehmen diese Aufgabe.

Grundsätzlich darf der Arbeitgeber die Büroräume nach seinen Vorstellungen gestalten, da es sich um sein Eigentum handelt. Jedoch empfiehlt es sich für den Arbeitgeber, sich über eventuelle Allergien seiner Mitarbeiter zu erkundigen. Beispielsweise gibt es Zimmerpflanzen auf die Latexallergiker reagieren.

Arbeitnehmer haben jedoch keinen grundsätzlichen Anspruch darauf, ein Büro oder Ihren konkreten Arbeitsplatz mit Gegenständen und eben auch Pflanzen auszustatten. Aufgrund dessen sollten Arbeitnehmer zunächst den Arbeitgeber um Erlaubnis bitten. (Manchmal reicht auch schon ein Blick in die Hausordnung aus).

…es war zu entscheiden: Einer für alle oder jeder für sich?

Ich stieß bei meiner Recherche auf eine Meinung, welche lautet: „Jeder für sich“. Das bedeutet, sobald ein Arbeitnehmer eine Pflanze an seinem Arbeitsplatz hat, ist er für diese zuständig. Die Zuständigkeit hat er auch, wenn er die Pflanze nicht aufgestellt hat. Außerdem bedeutet „Pflanze an seinem Arbeitsplatz“ nicht, dass nur sein Schreibtisch gemeint ist. Angenommen die Pflanze steht auf der Fensterbank hinter dem Schreibtisch. Auch dann sollte er sich um diese kümmern.

Andreas Stephan, Leiter des Sachgebiets Büro bei der gesetzlichen Unfallversicherung VBG, spricht in einem Artikel der Süddeutschen die Empfehlung aus, dass die Pflege von Pflanzen in einem Unternehmen organisiert werden sollte. Dabei wird vorgeschlagen einen Mitarbeiter oder einen Dienstleister zu beauftragen. Demnach empfiehlt Stephan: „Einer für alle“.

Handelt es sich um ein großes Unternehmen ist es durchaus üblich externe Dienstleister für die Pflanzenpflege zu beauftragen. Kleinere Unternehmen hingegen, wählen einen Mitarbeiter aus bzw. ein Mitarbeiter stellt sich zur Verfügung.

…es kam die Idee: Es ziehen alle an einem Strang – oder an einem Ast

Warum nur einen Mitarbeiter im Unternehmen für die Pflege beauftragen? Ein wichtiger Vorteil spricht für die Beauftragung eines Einzelnen: die Übersichtlichkeit. Liegt die Verantwortung bei einem einzelnen Mitarbeiter behält er den Überblick. Er weiß welche Pflanze schon gegossen wurde und welche noch nicht.

Einen Überblick können jedoch auch mehrere Mitarbeiter haben, wenn die Pflege organisiert und geplant ist. Es muss geplant werden, wann welcher Mitarbeiter die Aufgabe hat, sich um die Pflanzen zu kümmern. Dabei sollte zudem festgelegt sein, wie die Pflanzen zu pflegen sind (wie häufig gießen, Sonne/keine Sonne etc.).

Ohne Regeln setzen Sie die Büropflanzen jedoch Risiken aus. Beispielsweise könnte eine Pflanze eingehen, weil nicht festgelegt wurde wer sich wann und wie kümmert. Der eine Mitarbeiter denkt die Pflanze wurde schon gegossen und gießt sie deswegen nicht, der zweite denkt ebenso und der dritte auch – die Pflanze verwelkt.

Der eine Mitarbeiter denkt die Pflanze wurde noch nicht gegossen und gießt sie deswegen, der zweite denkt ebenso und der dritte auch – die Pflanze ertrinkt.

Also: Um Ihren Büropflanzen ein langes Leben zu ermöglichen, benötigen Sie, sobald mehrere Mitarbeiter für die Pflege der Pflanzen zuständig sind, einen PPP = Pflanzen-Pflege-Plan.

…doch dann gab es noch einen anderen Plan: Sekretärinnen sind automatisch Büro-Gärtnerinnen

In einem Online-Ratgeber las ich den Vorschlag, dass Sekretärinnen, sofern sie vorhanden sind, automatisch für die Pflege von Pflanzen zuständig sind. Dabei wird argumentiert, dass eine Sekretärin davon profitiert. Schließlich stellt das Pflegen der Pflanzen im Büro eine angenehme und entspannende Abwechslung zu administrativen Aufgaben dar, die der Seele guttut. Außerdem würde diese Arbeit nicht nur der Sekretärin selbst, sondern auch ihren Kollegen eine entspannte Atmosphäre bringen.  

Anfangs dachte ich, dass es sich bei dieser Äußerung um Ironie handelt. 😀 Bei genauerem Betrachten des Artikels und der Website wurde jedoch klar das dem nicht so ist. Nun ja, schmunzeln wir ein bisschen über diesen Vorschlag.  

…und wenn die Pflanzen nicht gestorben sind, wird es so geregelt:

Nachdem ich einige Meinungen gelesen und gehört habe, gibt es folgende Möglichkeiten, um die Verantwortung zu regeln:

  • Der Arbeitgeber kauft die Pflanzen in Absprache mit den Arbeitnehmern und entscheidet wer sich um die Pflanzen kümmert
  • Der Arbeitgeber kauft die Pflanzen in Absprache mit den Arbeitnehmern und die Arbeitnehmer entscheiden, ob sich einer oder alle kümmern (dann am besten mit einem PPP)
  • Der Arbeitgeber kauft die Pflanzen in Absprache mit den Arbeitnehmern und beauftragt einen externen Dienstleister
  • Der Arbeitgeber kauft die Pflanzen in Absprache mit den Arbeitnehmern und kümmert sich selbst um die Pflege
  • Die Arbeitnehmer kaufen sich in Absprache mit dem Arbeitgeber ihre eigenen Pflanzen für ihren persönlichen Arbeitsplatz und jeder kümmert sich um seine eigene Pflanze
  • Die Arbeitnehmer kaufen in Absprache mit dem Arbeitgeber Pflanzen für das gesamte Büro und kümmern sich gemeinsam um die Pflanzen (Mit Hilfe eines PPP)
  • Und wie schön wäre nicht noch die Möglichkeit, dass die Arbeitnehmer in Absprache mit dem Arbeitgeber Pflanzen kaufen und sich der Arbeitgeber um die Pflanzen kümmert. 😉

Gibt es noch eine andere Möglichkeit, die bei Ihnen im Unternehmen zum Einsatz kommt? Wie ist die Verantwortung von Pflanzen bei Ihnen geregelt? Wie sollte die Verantwortung von Pflanzen Ihrer Meinung nach festgelegt werden?