Ein Erfahrungsbericht: Die Online Marketing Konferenz Bielefeld (OMKB) 2019

Ein Erfahrungsbericht: Die Online Marketing Konferenz Bielefeld (OMKB) 2019

April 10, 2019 0 Von Laura Putschies

Die OMKB fand am 05. April 2019 zum vierten Mal statt. An einem Tag wurden über 30 verschiedene Vorträge von erfahrenen Experten zum Thema Onlinemarketing gehalten. Teilnehmer der OMKB erhielten Praxistipps für die Optimierung eigener Onlinemarketing-Aktivitäten und wurden über Entwicklungen und Trends informiert. Unter den Besuchern waren sowohl Neueinsteiger der Online-Branche als auch Marketing-Spezialisten.

Und ein Besucher war ich. Für die Julius Zapp GmbH habe ich mich auf den Weg gemacht, um möglichst viel Wissen aufzusaugen und in der Firma mit meinen Kollegen zu teilen.

Es war Freitagmorgen halb acht als meine Füße den Bahnsteig verließen, um in den Zug Richtung Bielefeld zu steigen. Erleichterung machte sich in mir breit, da es noch am Vortag auf dieser Strecke einen Bahn-Streik gab und keine Züge fuhren. Somit musste ich nicht auf meinen Plan B ausweichen, der bei einem Zugausfall eingetreten wäre, sondern ließ mich gemütlich bis zum Hauptbahnhof Bielefelds fahren.

Mein Namensschild auf der OMKB

Dort angekommen, musste ich nur wenige Meter gehen, um zum Eingang der Stadthalle zu gelangen. Ich zeigte kurz mein Ticket vor, stellte mich in die Nachnamen-Schlange K-S und erhielt nach wenigen Minuten ein Bändchen sowie ein Namens- und Firmenschild.

Ich schaute mich kurz um, gab meine Jacke an der Garderobe ab und nach einem Blick auf meine Uhr – es war viertel nach acht – entschied ich mich, dass noch Zeit für einen kleinen Frühstückssnack ist. Die angebotenen Frühstücks-Brote waren so üppig belegt, dass ich die Wurst erst vorsichtig anheben musste, um herauszufinden, ob sich ein Brot darunter versteckte.

Nach dem leckeren Frühstück bekam ich von einer netten Servicekraft einen Orangensaft. Ein weiterer Blick auf die Uhr – es war zwanzig nach acht – und ich entschied mich, dass es Zeit war den großen Saal für die offizielle Begrüßung und den ersten Vortrag um halb neun aufzusuchen.

Bevor ich nach oben in den Saal ging, fragte ich noch die Servicekraft, ob ich das Glas mit O-Saft mitnehmen dürfte. Sie verneinte dies. Doch nachdem ich mich nur ein paar Schritte von der Theke entfernt hatte, rief sie mich zurück. „Entschuldigen Sie bitte, heute ist es doch erlaubt die Gläser mitzunehmen! Normalerweise ist dies nicht so.“ Ich sagte ja, sie war nett. Während ich die Treppe hinauf ging, dachte ich darüber nach, dass Onlinemarketer also als so vertrauenswürdig angesehen werden, dass sie Glas mit in die Vorträge nehmen dürfen.     

Ich suchte mir einen Platz vorne links – untypisch, da mir später auffiel, dass ich mir beinahe in jedem Vortrag einen Platz auf der rechten Raumseite suchte – und schaltete FREE WIFI an. Ich denke auf einer ONLINE-Marketing-Konferenz hätte es schließlich ohne WIFI ziemlichen Ärger gegeben.

Leider stimmte das Zeitmanagement von Begrüßung und dem direkt anschließenden ersten Vortrag nicht, so dass der erste Vortrag um zehn Minuten überzog. Dadurch verpasste ich den Beginn des zweiten Vortrags, den ich im kleinen Saal besuchen wollte. Schließlich wollte ich den Vortrag von Philipp Klöckner, in dem er ein Dutzend konträre Thesen für digitales Marketing vorstellte, nicht nach der neunten oder zehnten These verlassen. Knuth Barth, der im kleinen Saal über das Thema „Bin ich so gut wie ich Denke? Benchmarking im Onlinemarketing“ referierte, bemerkte, dass zehn Minuten nach Beginn seines Vortrags noch einige Nachzügler kamen und fasste das bisher Gesagte noch einmal zusammen. So stellte die kleine Zeitverschiebung keine Schwierigkeit mehr dar. Ab dann gab es den ganzen Tag kein einziges Zeitproblem mehr.

Der Tag war einfach strukturiert. Es fanden immer vier Vorträge parallel in vier verschiedenen Räumen statt. Bevor die Konferenz startete, informierte ich mich über die Redner und Vortragsthemen und sprach mit dem Marketing-Team unserer Firma darüber, welche Vorträge ich besuchen sollte. Da zwischen jedem Vortrag 15 Minuten Pause waren, gab es immer genügend Zeit, um den nächsten Raum aufzusuchen. Ich hielt mich an meinen Zeitplan, so dass ich bis zur Mittagspause alle fünf Vorträge, die ich hören wollte, besucht hatte.

Neben den Vorträgen von Klöckner und Barth besuchte ich den Vortrag „15 Social Media Quick Wins“ von Felix Beilharz. Beilharz gab sowohl Tipps, die mir bereits geläufig waren, als auch interessante neue Tricks. Beispielsweise lernte ich wie ich Instagram-Posts auch am PC erstellen und posten kann. Manuel Schnaible gab einem in seinem Vortrag: „Google Analytics datenschutz-konform im Einsatz“ eine kurze Anleitung an die Hand mit der man das Google-Tool trotz der DSGVO rechtlich sicher nutzen kann. Auch wenn er immer wieder betonte, dass es sich um keine Rechtsberatung handle und er kein Anwalt sei. Doch das störte nicht. Schließlich sicherte er sich nur ab. An Wissen mangelte es ihm nämlich nicht.

Digital Loyalty von Nico Zorn

„Digital Loyalty – warum gewinnen Sie eigentlich noch Neukunden?“ war ein Thema, das Nico Zorn extra provokant formulierte. Warum sich Unternehmen bemühen sollten ihre Kunden zu binden und nicht nur auf die Neukundengewinnung pochen sollten, erläuterte Zorn in seinen 45 Minuten.

Die Mittagspause war mit eineinhalb Stunden großzügig bemessen. Es gab im Foyer mehrere Buffets, damit sich die Besucher verteilen konnten und die Wartezeit somit verkürzt wurde. Es gab ein „Vorspeisen“-Buffet, das dem „Hauptspeisen“-Buffet vorgelagert war. Da es bei den Vorspeisen nur kleine und bei den Hauptspeisen große Teller gab, sah ich immer und immer wieder wie die Besucher sich kurz nach vorne drängelten, einen großen Teller nahmen und zurück in die Schlange gingen. Ein Tipp an die Caterer: Lasst die kleinen Teller weg. Die Leute wollen lieber nur einen Teller nehmen und der sollte möglichst groß sein!

Ich füllte meinen Teller mit verschiedenen Leckereien und hatte Glück einen der wenigen Sitzplätze zu ergattern. Während ich aß, musste ich schmunzeln, weil Kartoffeln bei dem Cateringanbieter anscheinend sehr hoch im Kurs standen. So hatte ich auf meinem Teller Kartoffelsalat, Butterkartoffeln und Runzelkartoffeln (aber ich mag Kartoffeln und es hat mir sehr gut geschmeckt!).

Mittagessen auf der OMKB 2019 (Die Kartoffeln liegen unter den Nudeln)

Robert Kindermann war der nächste Redner, den ich besuchte. In seinem Vortrag „Instagram: Video & Story first – warum JETZT der richtige Zeitpunkt ist!“ zeigte er auf wie wichtig Videos im Zeitalter sozialer Medien sind. 1,7 – diese Zahl werde ich bei meinen Storys und Videos immer im Hinterkopf behalten. Denn in den ersten 1,7 Sekunden entscheidet der User, ob er das Video weiterschaut oder nicht!

Bevor es zur Kaffeepause läutete (nur im übertragenen Sinn, denn in der Stadthalle läutete es nicht), ging ich zu dem Vortrag von Ronny Marx. In 45 Minuten schilderte er zu dem Thema „Amazon Content Optimierung nach Pareto-Prinzip: Mit minimalem Aufwand maximale Rankings herausholen“ wie man mit minimalem Aufwand maximale Rankings bei Amazon herausholt. Also brachte er den Content, den man erwartet hatte. Gut, denn wer besucht gerne einen Vortrag bei dem seine Erwartungen nicht erfüllt werden?

Obstkuchen und Milchreis in der Kaffeepause

Während die Besucher des Vortrags über Keywords von Salatschüsseln nachdachten, wurde im Foyer Kuchen bereitgestellt – und Milchreis! Auch für die halbstündige Kaffeepause gab es mehrere Buffets, die leckeren Obstkuchen und Obstkuchen und noch einmal Obstkuchen servierten. Ich hatte zwar etwas mehr Auswahl erwartet und war verwundert als ich am Buffettisch entlangging und eine Obstkuchenplatte neben der anderen sah, konnte mich jedoch nicht beschweren. Denn Der Obstkuchen war wirklich lecker. Außerdem gab es ja noch eine weitere süße Speise: Kokos-Milchreis mit (ich glaube) Pfirsichpüree. Oder waren es Aprikosen oder Mangos? Egal, es war auf jeden Fall lecker!

Zum Schluss erwarteten mich noch zwei Vorträge von zwei in der Online-Branche sehr bekannten Rednern. Zuerst lauschte ich dem Vortrag „Best of Content SEO Fails“ von Thomas Mindnich. Ich war sehr konzentriert. Das war nötig, da Mindnich die Gabe hat, sehr schnell und ich meine wirklich schnell zu sprechen. Zudem lief er während seines Vortrags (beinahe) die gesamte Zeit von einer Seite der Bühne zur anderen. Manch einen mag das gestört haben, doch ich hatte wirklich Spaß dabei ihm zuzuhören. Er sorgte auch für einige Lacher, als er über Giraffen mit kurz Hälsen sprach, die dann ja eine Katze wären. Die 45 Minuten bei Mindnich gingen schnell vorbei. Unterhalten konnte er gut. Doch heute erinnere ich mich mehr an Giraffen als an die wirkliche Botschaft des Vortrags – Schade eigentlich.

Zum Abschluss begab ich mich in den großen Saal, in dem die Konferenz begonnen hatte. Mit lautstarkem Applaus wurde der Mann auf die Bühne gerufen, den jeder Onlinemarketer mal gehört haben sollte (so wurde es mir erzählt): Karl Kratz. Ich war gespannt und nahm seine Aufforderung sich nach den vielen Stunden mit Vorträgen nun endlich mal zurückzulehnen, gerne an. Und als hätte er es gewusst, passte das perfekt zu seinem Vortrag: „Die Kunst digitaler Inszenierung“. Er sprach nicht nur einfach über das Thema der Inszenierung, sondern wendete sie bei seinem eigenen Vortrag an. Perfekt in Szene gesetzt, erläuterte und untermalte er mit Videos und Bildern, während er immer wieder das Publikum mit einbezog, warum es so wichtig ist ein Produkt perfekt zu inszenieren. Die gesamte Zeit war ich entspannt und gespannt zurückgelehnt und kann es nun bestätigen: Es lohnt sich mal einen Vortrag von Karl Kratz gesehen zu haben. 😉

Ein Blick auf die Uhr – es war schon nach 18 Uhr – mein Zug fiel aus und ich musste auf den Nächsten warten, der in 45 Minuten kommen sollte. Keine 45 Minuten an diesem Tag waren so lang, wie diese letzten. Darum sage ich nun am Schluss: Danke an alle Redner. Danke, dass eure 45 Minuten-Vorträge mich nicht einmal so gelangweilt haben wie die 45 Minuten Warten auf den Zug!